Warum kann man den Reifegrad bei Orangen oder Zitronen nicht an der Färbung der Schale erkennen?

Warum kann man den Reifegrad bei Orangen oder Zitronen nicht an der Färbung der Schale erkennen?

Zitrusfrüchte gehören zu den Früchten, die einen wirklich langen Reifeprozess benötigen.

Es gibt viele verschieden Orangensorten: frühe, mittlere sowie späte Früchte. Alle Orangenbäume blühen im April. Die frühen Sorten sind im Oktober zur ersten Erkältung soweit, die späteren und sehr Späten ziehen sich über das nächste Erntejahr, also in die neue Saison, die nächsten Früchte für das kommende Jahr hängen auch schon am Baum. Somit kann es bei unserem Anbau zu einer Reifezeit von bis zu 18 Monaten kommen und einem hohen Reifegrad.
Das wird aber im normalen Handel nicht praktiziert, denn durch die lange Reifezeit fallen viele Früchte auf den Boden und sind somit nicht mehr verwertbar.


Warum also ist der Reifegrad nicht an der Färbung der Schale zu erkennen?

Zitrusfrüchte färben um, wenn die Temperaturen von Tag und Nacht sehr unterschiedlich sind.
Diese Bedingungen sind erst in der kalten Jahreszeit gegeben.
Durch die kühlen Temperaturen in der Nacht (ca. 8C° und weniger, bei noch recht hohen Tagestemperaturen von ca. 20C°) färben die Schalen der Früchte um. Die Orangen bekommen ihre typische orangene Farbe, die Zitronen werden gelb.
Sind die Temperaturen im Spätherbst langanhaltend mild, findet dieser Prozess recht spät statt, die Früchte haben aber schon den geeigneten Reifegrad erreicht.

Der Reifegrad wird anhand des Zuckergehalts gemessen. So kommt es bei den ersten Orangen im November noch zu Früchten mit grünlicher Schale, die physiologisch aber schon den erforderlichen Zuckergehalt aufweisen und einen schönen Reifegrad erreicht haben.